Die Schneelawine – ein gefährliches Naturschauspiel

Winterlandschaft Obergurgl

Viele Regionen in Österreich wurden in den letzten Wochen mit einer dicken, weißen Schneeschicht überzogen und in Winterlandschaften verwandelt. Alle Fans des Wintersports zieht es jetzt in die Berge. Doch die weiße Pracht bringt auch Gefahren mit sich: Lawinen.

Abstürzende Schneemassen

Lawinen werden als abstürzende Schneemassen, die durch ihre Geschwindigkeitsenergie Gefahren darstellen oder Schäden verursachen können, definiert. Deshalb werden Lawinen auch der weiße Tod genannt. In ganz Österreich gibt es rund 7000 Lawineneinzugsgebiete. Die Schwerpunkte der Gefährdung liegen in Vorarlberg, Tirol, Osttirol, Salzburg, Oberkärnten, der Obersteiermark sowie im südlichen Teil von Oberösterreich. Zahlreiche Lawinengänge bedrohen die alpinen Skigebiete. In den Dauerbesiedlungsraum stoßen aber nur rund 5.800 Lawinen vor.

Entstehung

Ein rasanter Temperaturanstieg, Steilheit im Gelände oder viel Neuschnee - all diese Dinge haben Einfluss auf die Entstehung von Lawinen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Metamorphose der Schneekristalle in der Schneedecke, welche witterungsabhängig ist, sowie Wildwechsel und Menschen, welche durch Skitourismus und Bergsteigen immer öfter zu Auslösern einer Lawine werden. Es gibt mehrere Arten von Lawinen. Eine davon ist die Schneebrettlawine bei der die ganze Schneetafel gleichzeitig ins Rutschen kommt und deshalb sehr gefährlich sein kann. Häufig entsteht sie auf steilen Hängen über 30 Grad und auf glatten, labilen Schneeschichten.

Lawinen als Voraussetzung für artenreiche Lebensräume

Lawinen wirken aber nicht nur zerstörend, sondern sie ermöglichen unter bestimmten Voraussetzungen die Existenz von naturnahen und artenreichen Lebensräumen. Neben einer hohen Pflanzenartenvielfalt ist damit auch eine große Artenvielfalt von Schmetterlingen verbunden. Für deren Erhalt sind Lawinenabgänge notwendig. 

Maßnahmen

Es werden viele Maßnahmen gesetzt, um die Bevölkerung vor Lawinen zu schützen. Der simpelste, aber effizienteste Schutz ist der Wald. Er ist der natürliche „Bremsverbau“ gegen die Entstehung von Lawinen. Wenn kein Wald vorhanden ist bzw. eine Aufforstung nicht möglich ist, werden technische Stützwerke aus Stahl, Holz oder Schneenetze gebaut. Zum Schutz von Straßen und Skigebieten werden teilweise Lawinen sogar gezielt ausgelöst.

Pisten nicht verlassen

Die einfachste Möglichkeit sich vor Lawinen zu schützen ist Lawinengebiete zu meiden. Außerdem: Verlasse die gesicherten Pisten nie, wenn die Lawinengefahr größer ist als Warnstufe 2. Die Lawinenwarnstufe 3 ist viermal so gefährlich wie die Lawinenwarnstufe 1 und bedeutet bereits eine erhebliche Gefahr für Wintersportler im freien Gelände. Die meisten tödlichen Lawinenunfälle ereignen sich bei dieser Lawinenwarnstufe.

Immer aktuell gibt es hier die Lawinenberichte der Österreichischen Lawinenwarndienste. Außerdem sind auf dieser Seite aktuelle Berichte zu Skigebieten, Rodelbahnen, Langlaufloipen und Eislaufplätzen zu finden: http://www.lawine.at/

Und hier kannst du die Snowsafe-App downloaden. Mit kannst du dir auch unterwegs alle Infos zur Lawinensituation in Österreich, Südtirol, Bayern und Slowenien, holen: http://www.snowsafe.at/

18.01.2019

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