Die Schneeschmelze – Nutzen und Gefahren

Schneeschmelze

Wird der bisher außergewöhnlich warme Frühling und die damit verbundene Schneeschmelze zu Hochwasser führen?  Besonders der April überraschte uns heuer mit sommerlichen Temperaturen. In Salzburg und Wien wurde sogar zweimal die 30-Grad-Marke erreicht. Seit den flächendeckenden Temperaturaufzeichnung in Österreich 1800 war kein April wärmer als der diesjährige.

Drohen uns Hochwasser in Österreich?

Mit Beginn der Schneeschmelze in Verbindung mit den außergewöhnlich hohen Frühlings-Temperaturen fürchten sich nun viele Gemeinden vor Hochwasser. Tatsächlich muss der Süden Österreichs derzeit bangen. Dort lässt die Kombination von Schneeschmelze und Niederschlägen gegen Ende April die Wasserpegel der Drau oder der Gail hochsteigen. Ob Flüsse nun tatsächlich über die Ufer treten, hängt hauptsächlich vom weiteren Verlauf des Wetters ab. ExpertInnen geben derzeit allerdings Entwarnung, die Tendenz sei an manchen Stellen bereits rückläufig. Hochwasser aufgrund der Schneeschmelze gab es im Süden Österreichs z.B. im Frühjahr 2013/2014. Der Winter war besonders schneereich und die außergewöhnlich warme Witterung im Februar ließ die Grundwasser an die Oberfläche steigen. Zahlreiche Keller und Untergeschosse, vor allem im Klagenfurter Becken, wurden überschwemmt. 

Wie kommt es zur Schneeschmelze?

Die Schneeschmelze ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig: Dazu zählen Temperatur, Tageslänge, Höhenmeter und Hangneigung. Hat es am Tag über mehrere Stunden deutlich über 10 Grad, dann wird der Schmelzprozess aktiviert. Im Bereich der Alpen setzt die Schneeschmelze für gewöhnlich Mitte bis Ende April ein und dauert bei anhaltend warmer Witterung und ausreichender Schneemenge vier bis sechs Wochen. Im östlichen Flach- und Hügelland Österreichs setzt der Schmelzprozess meist bereits Anfang bzw. Mitte März ein.

Ohne Schneeschmelze kein Trinkwasser!

Besonders wichtig ist die Schneeschmelze für unsere Grundwasserneubildung und damit für unsere Wasserversorgung. Ganze 50 Prozent des Trinkwassers beziehen wir aus dem Grundwasser bzw. aus grundwassernahen Bereichen. Unterdurchschnittlicher Niederschlag und ein schneearmer Winter führten in den Jahren 2001/2002 beispielsweise zu Engpässen bei regionalen Wasserversorgern und privaten Hauswasserbrunnen. Auch die Landwirtschaft ist abhängig von einer ausreichenden Schneeschmelze, da sie die für die Aussaat im Frühling wichtige Bodenfeuchte und einen vertikalen Nährstofftransport durch das Sickerwasser in den Boden bewirkt.

Mehr zum Thema Hochwasser und u.a. Gefahren- und Risikokarten findet ihr hier:
http://www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/wasser/hochwasser_uml/

04.05.2018

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