Eine Familie erforscht die Weltmeere

Familie Cousteau_Teil 2

In der letzten KlimaaktivistInnen-Story konntet ihr bereits lesen, wie Jean-Jaques Cousteau seine Liebe zum Meer entdeckte und bahnbrechende Erfindungen im Bereich Tauchausrüstung entwickelte. Ihr habt erfahren, wie Jean-Michel in die Fußstapfen seines Vaters trat und wie er mit diesem Erbe umging. Heute zeigen wir euch, was die Kinder Jean-Michels mit Wasser und der Umwelt zu tun haben und welche spannenden Projekte sie zur Erforschung und zum Schutz der Weltmeere durchführen.

 

Fabien und seine große Liebe zu Haien

Fabien Cousteau wurde im Jahr 1967 geboren. Den größten Teil seiner Jugend verbrachte er auf dem Forschungsschiff „Calypso“ seiner Familie. Dort lernte er bereits im Alter von vier Jahren das Tauchen. Sein besonderes Interesse gilt Haien. Es entwickelte sich bereits in jungen Jahren und erreichte seinen Höhepunkt, als Fabien das erste Mal den Film der „Weiße Hai“ sah. Der Film überraschte ihn, weil die Darstellung von Haien darin nicht dem entsprach, was er über diese Tiere gelernt hatte. Er setzte sich die Mission in den Kopf, die verbreitete Meinung vom „gefährlichen Hai“ zu ändern. Von 2000 bis 2002 arbeitete er mit diesem Ziel für National Geographic an der Serie „Attack of the Mystery Shark“. Für eine weitere Hai-Dokumentation baute er mit seinem Team ein U-Boot, das wie ein Hai aussah. So konnte er sich Haien in ihrer natürlichen Umgebung nähern, ohne, dass sie sich bedroht fühlen. Im Laufe seiner Karriere drehte er viele Begegnungen mit Haien und Dokumentationen über ihr Verhalten.
2014 brach Fabien Cousteau einen Weltrekord. Er verbrachte 31 Tage in einer Tiefe von 18 Metern in einem Unterwasserlabor. Dort sammelte er und sein Team aus Wissenschaftlern, um besser verstehen zu können, wie die Erderwärmung sich auf Korallenriffe auswirkt und welche Folgen das für die ökologische Vielfalt unter Wasser hat. Neben vielen nützlichen Daten zur Auswirkung des Klimawandels unter Wasser, entdeckte er auch unerwartetes, beispielsweise, dass Haare unter Wasser schneller wachsen. Oder, dass es dem Menschen unmöglich ist, unter Wasser zu pfeifen.

Céline, die über den Meeresrand hinweg schaut

Céline, die 1972 geboren wurde, nahm an ihrer ersten großen Expedition im Alter von neun Jahren teil. Sie bereiste mit ihrem Vater und ihrem Großvater das Amazonasgebiet. Sie erforschten die Küstenregionen und das Dschungelgewässer. Die Expedition brachte sie auch in Kontakt mit abgelegenen Amazonas-Stämmen. Seitdem hat sie ein starkes Interesse an menschlichen Beziehungen, Beziehungen zwischen Gemeinschaften und am Zusammenhang von Mensch und Natur. Dieses Interesse wurde Inspiration für viele Filme. Sie kehrte 2011 zum Amazonas zurück und besuchte die Stämme, die sie damals mit ihrem Großvater aufgesucht hatte. Aus dieser Begegnung stammt ihr jüngster Film „Tribes on Edge“.
Céline ist nicht nur bekannt für ihre Forschungen, sie ist auch Künstlerin, sie ist Designerin und spricht regelmäßig vor der UN in New York. Vor allem aber produziert sie Filme, deren Ziel es ist, die Stimmen von Organisationen und Einzelpersonen, die sich mit ökologischen und gesellschaftlichen Themen befassen, zu verstärken und ihre Geschichten zu vermitteln.
Sie gründete ein Filmstipendienprogramm, das Equipment an junge FilmemacherInnen und AktivistInnen verleiht. So sollen sie durch ihre Erzählungen auf ökologische Probleme aufmerksam machen und zu Veränderung motivieren.

Ein Familienausflug

Alle Familienmitglieder haben im Laufe der Jahre ihr Spezialgebiet entwickelt und größtenteils allein gearbeitet. Doch von 2006-2010 arbeiteten sie noch ein letztes Mal alle gemeinsam an einem Projekt.  Jean-Michel drehte mit seinen Kindern Céline und Fabien eine Serie namens „Ocean Adventures“. Bereits 1978 drehte Jean-Jaques eine Serie mit dem gleichen Namen. Die Cousteaus konnten voneinander lernen und im Verbund viele Projekte realisieren. Aus der Geschichte der Unterwasserforschung ist diese außergewöhnliche Familie nicht mehr wegzudenken.

13.08.2020

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