Wie in Zukunft weniger Plastik im Meer sein kann

Innovative Forschungsansätze für weniger Plastik im Meer

Plastik im Meer

Der Plastikanteil in unseren Meeren scheint unaufhaltsam zu steigen. Die Uni Innsbruck hat in einem Modell errechnet, dass bis zu 29 Millionen Tonnen Plastik in den nächsten Jahren im Meer landen könnten. Das sind 18 Millionen Tonnen mehr als heute. Laut der Studie ist es aber auch denkbar, dass die Verschmutzung um 80% reduziert wird. Das funktioniert aber nur, wenn global an einem Strang gezogen wird. Ob das realistisch ist, sei dahingestellt. Um eine Veränderung zu ermöglichen bedarf es zumindest innovativer Lösungen, um das Problem anzugehen. Und innovative Lösungen gibt es schon heute. Und die stellen wir euch vor:

Künstliche Intelligenz (KI) versus Plastik

Das Plymouth Marine Laboratory aus England hat ein System entwickelt, wie KI bei der Beseitigung von Plastik aus dem Meer helfen kann. Plastik absorbiert und reflektiert Licht anders als andere Meeresobjekte, das machten sich die ForscherInnen zu Nutze. Die von ihnen entwickelte KI analysiert Bilder, die von Satelliten aufgenommen werden, um so Plastik im Meer lokalisieren zu können. Weiß man erst einmal, wo der Müll sich befindet, kann man ihn aus dem Wasser fischen. Die Genauigkeit der KI liegt aktuell bei 86%. Das erklärte Ziel ist es, dass die KI in 100% der Fälle exakt bestimmen kann wo sich das Plastik befindet.

Plastik zersetzbar machen

In Frankreich arbeitet ein Unternehmen daran, Plastik in Erdöl umzuwandeln. Die Recycling-Firma Carbios hat ein Enzym erzeugt, dass eine Tonne Plastik in 10 Stunden zersetzen kann. Damit ist es das am besten funktionierende Enzym seiner Art. Bis 2025 soll es im großen Stil produziert und so auch nutzbar für die Industrie werden.

Schreddern für die Wiederverwertbarkeit

Das österreichische Unternehmen Doing Circular produziert speziell für Entwicklungsländer Maschinen, die Plastik recyclen können. In einem ersten Schritt wird das gesäuberte und getrocknete Plastik geschreddert. Anschließend kann es mit einer zweiten Maschine neu in Form gebracht werden, so wird es wieder in den Umlauf gebracht. Doing Circular ist es wichtig, dass die neuen Produkte lange genutzt werden können, damit das Plastik nicht gleich wieder entsorgt wird.  Die Maschinen sind so gebaut, dass sie vor Ort repariert und leicht von Österreich in andere Länder transportiert werden können.

Mikroplastikpopcorn

Eines der größten Probleme des Plastik-im-Meer-Problems sind Mikroplastikteile. Sie sind unfassbar klein. So klein, dass sie mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Plastik in dieser Größe können nicht einmal die modernsten Kläranlagen herausfiltern. Die feinen Partikel können sogar in Trinkwasser nachgewiesen werden. Die Chemikerin Karin Schuhen kam auf die Idee, dass ein biologisch abbaubares und ungiftiges Gel Mikroplastik bündeln kann. Gibt man dieses Gel ins Wasser, kleben die Mikroplastikteile an ihm. Das Plastik kann anschließend mit einem Netz aus dem Wasser geholt werden.

10.09.2020

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