Die nationale Wasserwirtschaft stellt sich der Herausforderung Klimawandel

Wasser im Wandel Konferenz

Der jüngste Bericht des Weltklimarates macht die Auswirkungen des Klimawandels und der Erderwärmung auf die Gewässer unseres Planeten deutlich. Auch in einem wasserreichen Land wie Österreich zeigen sich schon jetzt klar erkennbare Spuren dieser Veränderungen. Um gemeinsam mit rund 250 nationalen und internationalen Fachleuten Lösungen zu diskutierten, veranstaltet das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus erstmals eine Konferenz zum Thema „Wasser und Klima – Wasser im Wandel“.

 

Gute Ausgangslage

Österreich gehört zu den wasserreichsten Regionen der Welt, was uns in eine privilegierte Lage bringt. Es wurden auch enorme Anstrengungen unternommen, um die Infrastruktur in der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung aufzubauen. Dazu wurden rund 61 Mrd. Euro investiert. Daher sind mehr als 90 Prozent der Bevölkerung an öffentliche Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen angeschlossen. Der hohe Anschlussgrad an Kläranlagen hat auch die Gewässergüte in Österreich erheblich verbessert.

 

Auswirkungen Klimawandel auf Österreich

Die fortschreitende Erderwärmung wurde vorige Woche auch seitens der größten US-Wetterbehörde bestätigt. So war der vergangene Monat global der wärmste September seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Folgen des Klimawandels zeigen sich auch in Österreich immer deutlicher.

Höhere Temperaturen und längere Trockenperioden können in Österreich zur kleinräumigen Wasserknappheit führen. Um die Bevölkerung trotzdem mit dem nötigen Trinkwasser zu versorgen, wurden schon frühzeitig Maßnahmen wie der Bau von Verbundleitungen und die Erkundung von neuen Trinkwasser-Ressourcen gesetzt. Auch der sorgsame Umgang mit Wasser spielt eine wichtige Rolle und die Wahl der richtigen Kulturen in der Landwirtschaft.

Die steigenden Temperaturen von Oberflächengewässern wie Seen zeigen schon jetzt deutliche Auswirkungen, so zum Beispiel auf Fische und ihre Lebensräume. Die Gewässer erwärmen sich schneller als erwartet. Bereits 2020 ist in weiten Teilen Oberösterreichs mit Wassertemperaturen zu rechnen, die über zwei Grad höher liegen als noch vor 40 Jahren, zeigt eine aktuelle Studie.

Neben langen Trockenperioden verzeichnen wir auch häufigere, kleinräumige, extreme Niederschläge, die zu Überflutungen führen können. Der Schutz vor Hochwasser steht schon seit vielen Jahrzehnten hoch auf der Agenda des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus. Jährlich werden 200 Mio. Euro in den Schutz vor Naturgefahren investiert und rund 2.000 Projekte zur Sicherung der Lebensräume erfolgreich umgesetzt. Und trotzdem muss man auch hier die neuen Klima-Szenarien verstärkt berücksichtigen, um Lebensräume weiterhin sicherer zu machen.

 

Neue Studie: Wasserschatz Österreichs

Um die Grundlagen für die nachhaltige Nutzung des Grundwassers zu schaffen, wird die Wasserkonferenz auch als offizielles Startsignal für eine neue Wasserstudie genützt. Damit soll eine fachlich fundierte Grundlage für Planungen und Vorsorgemaßnahmen auf Basis der Klimaszenarien für das Jahr 2050 geschaffen werden.

 

Fotos unter: http://bit.ly/2BYcLVd

31.10.2019

« zurück