Bitterling

BitterlingDer Verband der Deutschen Sportfischer (VDSF) und das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) wählten den Bitterling zum „Fisch des Jahres 2008.“ Damit machten diese beiden Verbände auf das drohende Aussterben des Bitterlings aufmerksam. Denn der Kleinfisch steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Der Bitterling heißt übrigens so, weil sein Fleisch sehr bitter schmeckt. Um die Bitterlinge vor dem Aussterben zu bewahren, müssen Gefahren, wie beispielsweise Faulschlammbildung, Trockenlegung oder Verlandung der Gewässer, vermieden werden.

Geselliger kleiner Karpfenfisch

Der Bitterling lebt gesellig in flachen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern mit Pflanzenbewuchs und einem schlammigen oder sandigen Grund. Er kommt in fast ganz Mittel- und Osteuropa nördlich der Alpen vor, jedoch nicht auf den Britischen Inseln, in Skandinavien sowie südlich der Alpen und in den Pyrenäen.

Der Bitterling zählt zu den kleinsten europäischen Karpfenfischen. Seine Körperlänge ist im Durchschnitt 6 bis 7 cm und maximal 9 cm. Bitterlinge sind kleine, großschuppige, seitlich abgeflachte Fische mit relativ hohem Rücken. Das Aussehen richtet sich jedoch nach dem Lebensraum der Tiere: Im Fließwasser sind sie schlanker, in stehenden Gewässern hochrückiger. Früher führte das irrtümlich zur Beschreibung verschiedener europäischer Bitterlingsarten.

Eine variable Fischart

Bitterlinge sind allgemein sehr variabel. Während andere Fische je nach Art eine bestimmte Schuppen- und Flossenstrahlenanzahl besitzen, können sich diese beim Bitterling mit dem Wachstum fast verdoppeln. Optisch auffallend ist zudem die sich von der Körpermitte bis zur Schwanzflossenwurzel erstreckende blaugrün schillernde Längsbinde, sowie der relativ kleine Kopf und das kleine halbunterständige Maul.

Fortpflanzung schon früh möglich

Bereits mit einem Jahr sind Bitterlinge fortpflanzungsfähig. Um sich erfolgreich zu vermehren, brauchen sie allerdings eine Muschel. Ist eine Muschel da, kommen die Tiere zwischen April und Juni rasch in Laichstimmung. Zur Fortpflanzungszeit weist das Männchen eine auffällige Laichfärbung auf, bei der Kehle, Brust und die vordere Bauchpartie rotviolett gefärbt sind. Dem Weibchen wächst hinter der Afteröffnung eine 5 bis 6 cm lange Legeröhre, mithilfe der sie Eier in den Kiemenraum großer Muscheln ablegen kann. Das Männchen stößt danach Milch aus, die von der Muschel „eingeatmet wird“ und damit die Eier befruchtet. Die Fischlarven sind im Kiemenraum der Muschel vor allen Fressfeinden geschützt, weshalb die Jungfische diese auch erst verlassen, sobald sie schwimmfähig sind.

Nebenanmerkung

Im der Wissensflut.tv Folge „Fische in Österreich“ kommt im übrigen auch ein Bitterling vor. Habt ihr ihn schon entdeckt?

Quelle: Tierdoku.comDerStandard.atWikipediaÖsterreichisches Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz

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