Der Schlammpeizger ist Fisch des Jahres 2026

Foto: Clemens Ratschan

Der Schlammpeitzger wurde zum Fisch des Jahres 2026 ernannt.

Während viele Fische die klare Strömung suchen, lebt dieser Fisch lieber zurückgezogen im Schlamm. Er ist vor allem nachts aktiv und mit bis zu 30 Zentimetern Länge der größte Vertreter seiner Art in unseren Gewässern. Man erkennt ihn gut an seinem schlangenförmigen, bräunlich-orangefarbenen Körper mit dunklen Längsstreifen und den zehn Barteln rund um sein Maul.

Der Lebensraum des Schlammpeitzgers – schlammige Tümpel und ruhige Seitenarme von Flüssen – wird immer seltener. Schätzungen zufolge sind etwa drei Viertel unserer heimischen Auen im letzten Jahrhundert stark verändert worden oder ganz verschwunden. Ein Hauptgrund ist das Fehlen natürlicher Überschwemmungen. Normalerweise bringen diese Fluten Dynamik in die Auen; bleiben sie aus, füllen sich die Tümpel immer weiter mit Erde und Pflanzenresten, bis sie schließlich verlanden und austrocknen. Hitze und Dürre durch den Klimawandel verschärfen diese Notlage zusätzlich.

Starke Gefährdung

In der aktuellen Bewertung wird der Schlammpeitzger als „stark gefährdet“ eingestuft.

Dabei ist der Schutz dieses Fisches besonders wertvoll, da er als sogenannte Schirm-Art gilt. Das bedeutet: Wenn es gelingt, seine schlammigen Lebensräume in Gebieten wie den Donau-Auen, den March-Auen oder am Neusiedler See zu bewahren, rettet man gleichzeitig viele andere seltene Tiere und Pflanzen, die dort gemeinsam mit ihm leben. Aktuell ist es daher das wichtigste Ziel, die verbliebenen Bestände in Österreich genau zu erfassen und gezielte Schutzmaßnahmen für diese wertvollen Naturräume zu entwickeln.

Foto: Clemens Ratschan

Schau dir hier die Fische der letzten Jahre an!

Skip to content